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Hintergrund

Überlinger Weltacker

Teilt man die globalen Ackerflächen gleichmäßig unter der Weltbevölkerung auf, würden aktuell jedem Menschen rund 2000 m² fruchtbares Ackerland zur Verfügung stehen. Der Überlinger Weltacker zeigt auf einer Fläche von 2000m², was aktuell auf den Anbauflächen der Welt wächst.

Der Weltacker als lebende Ausstellung

Der Weltacker ist eine lebendige, wachsende Ausstellung und zugleich die Plattform für unsere Bildungsarbeit. Ein beschildeter Rundgang führt über das Areal und lädt zur selbstständigen Entdeckung ein. Besonders unter die Lupe genommen werden dabei die Themen Artenvielfalt (Biodiversität) und die UN Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda 2030.

Bepflanzungen

Etwa 45 Kulturen findet man auf dem Überlinger Weltacker. Hier wachsen heimische Pflanzen wie Braugerste und Weizen neben “Exoten” wie Baumwolle, Soja, Erdnuss oder Reis. Ihre Anbaufläche entspricht prozentual ihrem weltweiten Anbau. Auf einfache, verständliche Weise wird so die globale Landwirtschaft “im Kleinen“ abgebildet.

Kulturenschilder

Detaillierte Beschilderungen liefern Hintergrundwissen zu den Kulturen und ihren Anbaubedingungen. Sie informieren über Anbaufläche, Herkunft, Hauptanbaugebiete und Verwendung der Pflanzen, mögliche Anbauprobleme und ihre Alternativen.

Lernstationen und SDGs

Sechs Lernstationen auf dem Rundgang verbinden die “großen” Themen Landwirtschaft und Ernährung unmittelbar mit unserem Lebensalltag: Sie erklären das Ökosystem Boden und hinterfragen die Themen Biodiversität und Saatgut, Futtermittelanbau und Fleischkonsum, Lebensmittelverschwendung, Energie vom Acker und den Flächenbedarf verschiedener Gerichte.

In 2021 nimmt der Überlinger Weltacker die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in den Fokus. Die SDGs mit direktem Bezug zu Landwirtschaft, Ernährung und gesunden Böden werden erklärt und lebensnah veranschaulicht. Die Lernstationen geben Hinweise darauf, wie wir durch unser Handeln im Alltag zum Erreichen der Ziele beitragen können.

Interaktive Formate

Mit verschiedenen interaktiven Formaten führen unsere Bildungsreferent:innen durch die Ausstellung. Alle Formate haben um Ziel, die wissenschaftlichen Zahlen und abstrakten Verhältnisse des Systems der globalen Landwirtschaft greifbar, bildhaft und zielgruppengerecht zu übersetzen. Es geht uns darum, Handlungsspielräume und die Wirksamkeit des Individuums in der Welt zu zeigen. Wir laden ein zum Fragenstellen, zur Diskussion und zur Reflexion. Denn wir sind überzeugt, dass so die besten Lösungswege entstehen: auf Augenhöhe im Dialog.

Neben allgemeinen Führungen zum Weltacker 2000 m2 bieten unsere Bildungsreferent:innen themengebende Führungen zu den Sustainable Development Goals – SDGs und zum Ökosystem Boden an.

Rückblick Überlinger Weltacker 2021/20

Weltacker von oben (2021), Foto: Simeon Bläsi

Im Sommer 2019 entstand erstmals ein Weltacker in Überlingen aus einem Team engagierter Freiwilliger um Projektinitiator Benjamin Fäth. Das Team wuchs, der bei Andelshofen entstehende Bildungsacker fand Förderer und Unterstützer:innen und in dem gemeinnützigen Verein Mercurialis e. V. einen verlässlichen Partner und Trägerverein. Im April 2020 öffnete der Überlinger Weltacker 2000m2 erstmals seine Pforten für Besucher:innen und startete in seine erste erfolgreiche Saison, auf die 2021 gleich eine zweite mit neuen Ausstellungs- und Themenschwerpunkten zu Biodiversität und Sustainable Developement Goals (SDG`s) folgte.

Lauschen, Lernen, Spielen auf dem Überlinger Weltacker 2000m2

Zum Bildungs- und Kulturangebot auf dem Überlinger Weltacker gehörte neben Themenführungen, Workshops und Wochenendveranstaltungen von Anfang an auch die verspielt-experimentelle Kunst-auf-dem-Acker-Reihe, konzipiert und umgesetzt von Musiker, Künstler und Weltacker-Teammitglied Andreas Haslacher. Fester Bestandteil der Ausstellung war dabei das Ackerklavier, das über die gesamte Saison den Besucher:innen zum freien Spiel und für Konzerte mit Gastmusiker:innen bereitstand.

Ackerklavier

Das Ackerklavier, 2020

Ein besonderes Highlight

Sechs Lernstationen auf dem Rundgang verbinden die “großen” Themen
Landwirtschaft und Ernährung unmittelbar mit unserem Lebensalltag: Sie
erklären das Ökosystem Boden und hinterfragen die Themen Biodiversität
und Saatgut, Futtermittelanbau und Fleischkonsum,
Lebensmittelverschwendung, Energie vom Acker und den Flächenbedarf
verschiedener Gerichte.

Sommer 2021 war das Zukunftsforum, zu dem spannende Partner, Zukunftsvisionäre und Mitstreiter:innen für ein klimpositives, gerechteres und biodiverses Ernährungs- und Landwirtschaftssystem von morgen zum angeregten Austausch mit Infoständen und Podiumsdiskussion auf den Weltacker kamen.

An diesen Tagen wurde der Überlinger Weltacker 2000m2 noch mal besonders zu einem Ort für Diskussion, Austausch, Freude, Voneinander Lernen und Gestaltungslust … so wie wir ihn uns von Anfang an gewünscht haben.

Standort Landesgartenschau Überlingen

Von Mai bis November 2021 war der Überlinger Weltacker 2000m2 zusätzlich mit einem kleineren Standort auf der Landesgartenschau in Überlingen zu sehen. In Zusammenarbeit mit Buchinger Wilhelmi, Lautenbach e. V. und Freie Landbauschule Bodensee e. V. entstand das Projekt BODEN, VIELFALT, ZUKUNFT – Was essen wir morgen?

BODEN, VIELFALT, ZUKUNFT zeigte parallel zur Weltacker-Ausstellung den Besucher:innen der Landesgartenschau, wie unterschiedlich die Flächennutzung unserer Ernährung ausfallen kann, was alles unter unseren Füßen lebt und wirkt, und wie die Lebendigkeit unserer Böden direkt unsere Gegenwart und Zukunft als Menschen beeinflusst. 

Das Projektteam 2020/2021 sagt DANKE UND TSCHÜSS!

Team Überlinger Weltacker im Sommer 2020, Foto: Isabel Meyer

Mit dem Jahreswechsel 2021/2022 geht das Projekt Überlinger Weltacker einigen Veränderungen entgegen, denn einige unserer Teammitglieder der ersten Stunde zieht es an neue Projekt-Ufer. Wir verabschieden uns von …

Benjamin Fäth (Co-Projektleiter), der den Überlinger Weltacker 2000m2 im Sommer 2019 aus der Wiege hob und seitdem mit Herz, gutem Geist und unbeirrbarem Optimismus vorangetrieben hat. Mit beharrlichem Netzwerken und Fundraising gab er dem kleinen Bildungsprojekt alles, was es brauchte, um fest auf eigenen Beinen zu stehen.

Felix Grünziger (Co-Projektleiter), von Projektbeginn an engagiert an Bennis Seite, der als Projektmanager, Konzeptentwickler, Teambuilder und Kommunikator den jungen Weltacker mit auf das nächste Level hob.

Nikola Klein (Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), die den Weltacker mit Stift, Stimme und Text nach außen und im Netz kommunizierte und die Ausstellung um neue Lerntafeln erweiterte.

Lisa Steppacher (Gestaltung), deren künstlerisch-verspielte Illustrationen und Filmcollagen, Ausstellungsdesign und Standortgestaltung dem Überlinger Weltacker sein unverwechselbar eigenes Gesicht gaben.

Mit großem Dank verabschieden wir uns auch von unserem Trägerverein Projektphase 2020/2021 Mercurialis e.V., der nicht nur unserem Projektinitiator Benjamin, sondern auch der Idee von einem Weltacker in Überlingen von Beginn an volles Vertrauen schenkte und uns in den vergangenen Jahren rechtlichen Rahmen, Beratung und Unterstützung bot. Ein besonderer Dank geht dabei an Andrea Reyer, Vorständin bei Mercurialis und verlässliche Verwalterin unseres Projekts.

Und last but not least geht ein riesiges DANKE an unsere Partner und Förderer, Unterstützer:innen und ehrenamtlichen Helfer:innen der ersten Projektphase 2020/2021!

Ohne euch gäbe es heute keinen Überlinger Weltacker, der nun weiter blühen und wachsen darf!