Bildungsangebot

Schulklassen haben die Möglichkeit, von Ende Juni bis Ende September, den Weltacker zu besuchen. Dabei stehen den Schulen und ihren Klassen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Selbsterklärende, offene Angebote

  • Gärtnerische Gesamtausstellung
    • Darstellung der Flächenverhältnisse in denen derzeit die weltweiten Ackerflächen für wichtigsten Ackerkulturen genutzt werden
    • Ausstellung einzelner wichtiger Pflanzenfamilien und Einzelkulturen
    • Informationen über Verwendung der verschiedenen Kulturen (Energiepflanzen, Kleidung, Nahrungsmittel)
  • Interaktive Lernstationen
    • Bodenfruchtbarkeit und Bodenleben: von Regenwurm und Kompost zu fruchtbarem Boden 
    • Bodenprofil und Wurzelfenster: Erdschichten untersuchen und deren Aufgaben verstehen, die Wurzelwelt unter der Erde
    • Nahrungsmittel- oder Futtermittelproduktion: Wie viel Ackerfläche braucht die Produktion von Fleisch und tierischen Lebensmitteln?
    • Flächenbuffet: Wie viel Ackerfläche braucht ein Teller Spaghetti Bolognese?
    • Lebensmittelverschwendung: Wo gehen wertvolle Lebensmittel verloren oder werden verschwendet? Was kann ich dagegen tun?
    • Saatgut: Samenfeste Sorten und Gentechnik
    • Energie vom Acker: Wie viel Acker kommt in den Tank?

Geführte Veranstaltungen

  • Ackerrallye für die Klassen 1 – 9
Bei der Ackerrallye treten die Schüler*innen und in Teams spielerisch gegeneinander an und beantworten verschiedene Fragen (je nach Klassenstufe auf unterschiedlichem Niveau) rund um Lebensmittelproduktion, Bodenkunde, Ernährung, Artenvielfalt und Ressourcennutzung. Die Antworten auf die Quizfragen sind alle auf dem Ackergelände zu finden: Einige Antworten verstecken sich im Text auf den Infotafeln des Ackers, für andere muss gerechnet oder ein Rätsel gelöst werden. (Dauer ca. 90 Min.)
  • Ackerprojekte     für die Klassen 1 – 9 

In den Ackerprojekten werden vier Themen rund um den Weltacker genauer beleuchtet und für die Schüler*innen erfahrbar gestaltet: In der Ackermahlzeit werden Ernährung oder auch regionales und saisonales Essen thematisiert. Im Block Saatgut und Pflanzenzucht lernen sie vielerlei Saatgut sowie dessen existenzielle Bedeutung für unsere Ernährung kennen. Beim Thema Biodiversität erfahren die Schüler*innen die Bedeutung von Artenvielfalt auf dem Acker und lernen die Unterschiede zwischen Monokulturen und Mischkulturen kennen. Im Kapitel Boden und Bodenleben erfahren sie, dass der Boden ein Lebensraum für Millionen von Organismen ist, die Grundlage unserer Ernährung bildet und dass er eine begrenzte und schützenswerte Ressource ist (nach Absprache sind auch andere Themen möglich, Dauer ab 2 Stunden).

Exemplarisches Beispiel am Thema Boden:

Die Schüler*innen lernen auf interaktive Weise: Lebensmittel können nur wachsen, wenn der Boden gesund und lebendig ist. Der Wurmkompost zeigt, wie viel Leben sich in einer Handvoll Humus tummelt. An einem Bodenprofil werden Erdschichten untersucht, vor denen jede eine Aufgabe erfüllt; im Wurzelfenster sehen die Kinder und Jugendlichen, welcher (An-)Teil einer Pflanze unter dem Boden wächst. Mit Fingerprobe und Lupe wird aus dem “Dreck” an den Fingern einer der wertvollsten Grundlagen unserer Ernährung: unser Boden.

  • Ackertour mit konkreter Fragestellung für die Sekundarstufe II


Nach einer Einführung in die Hintergründe und Ziele des Weltackers werden gemeinsam mit den Schüler*innen mehrere konkrete Fragen für deren Ackertour erarbeitet. Anschließend versuchen sie diese auf einer Tour in Kleingruppen auf dem Acker zu beantworten. Am Ende werden die Ergebnisse der Touren in einem Abschlussplenum vorgestellt und ergänzt oder auch diskutiert.

Mögliche Fragestellungen können sein: 

  • Was ist die zentrale globale Herausforderung für die gegenwärtige Landwirtschaft und was kann die Landwirtschaft hier in Deutschland dazu beitragen, diese zu meistern?
  • In welcher Hinsicht unterscheiden sich die Ressourcen der Region um Überlingen von anderen Weltwirtschaftsregionen (Toskana, Brasilien, Island …) und welche Folgen hat das für die Landwirtschaft oder den Ackerbau? 
  • Würdest du in der Landwirtschaft, also der Produktion von überlebens notwendigen Rohstoffen arbeiten? Was gefällt an der Vorstellung und was schreckt dich ab?
  • Workshop-Formate für die Sekundarstufe II
  • World-Cafè
  • Rollenspiel
  • 6 – Hüte
  • und weitere auf Anfrage

Mögliche Themen in den interaktiven Formaten: Fleischkonsum/Tierhaltung; Boden; Biodiversität; verschiedene Anbausysteme vergleichen; Ernährung; Planetare Grenzen; Globale Gerechtigkeit, Flächenversiegelung; Lebensmittelverschwendung; Externe Kosten der intensiven Landwirtschaft; Höfesterben; Lebensmittelpreise; Saatgut und Gentechnik; Wasserverbrauch; Interessen der Produzenten, Händler, Konsumenten; (Dauer ca. 2 Stunden)

Exemplarisches Beispiel eines World-Cafès:

Es werden präzise formulierte Fragestellungen (z.B. “was spricht für Fleischkonsum und was spricht dagegen?”; “Was kann ich in meinem Alltag tun, um Ressourcen zu schonen und nachhaltig zu handeln?”; …) in wechselnden Kleingruppen bearbeitet. Die Teilnehmer*innen diskutieren diese Fragen in mehreren Diskussionsrunden von jeweils etwa 20 Minuten an verschiedenen Tischen. Nach jeder Runde wechseln die Teilnehmer*innen die Tische und arbeiten in neuen Konstellationen an neuen Tischen. Ein „Gastgeber“ verbleibt am Tisch und führt die neue Gruppe kurz in das Ergebnis der vorherigen Gruppe ein (Ziel: Verknüpfung und Weiterentwicklung der Ergebnisse über alle Kleingruppen hinweg). Die Teilnehmer*innen notieren alle Ergebnisse, Ideen und Erkenntnisse auf „Tischdecken“ (z. B. Flipchart-Papier). Am Ende werden alle Ergebnisse in einer  „Ergebnis-Galerie“ ausgestellt und die wichtigsten Aussagen durch die Teilnehmer*innen priorisiert. Optional ist eine anschließende Diskussion zur Würdigung und Weiterbearbeitung der Ergebnisse.