Rückblick: Kunst auf dem Acker 2020

Im Sommer 2020 konnten wir unter Einhaltung der Abstandsregeln und Vorsichtsmaßnahmen an mehreren Sonntagen zu kleineren Kulturevents einladen. Wer dabei war, erlebte mitreißende Konzerte und ein fantasievolles Theaterspiel mitten auf dem Acker.

Welt(acker)musik

Das Mannheimer Weltmusik-Trio mit Tayfun Ates (Darbuka, Hung Drum), Mouloud Mameri (Gitarre) und Bernhard Vanecek (Posaune) hat den Acker klanglich auf die Reise in fremde Kulturen geschickt und so den Weltacker-Aspekt der Vielfalt und des Ursprungs erlebbar gemacht.

Ackerjazz

Mit dem Jakob Maes Quintett aus München, Berlin und Leipzig war ein hochklassiges Jazzensemble auf dem Acker zu Gast. Das virtuose Wechselspiel von Harmonie und Dissonanz, von Ordnung und Chaos in der Musik, machte deutlich, dass es auch abseits von Klarheit und Geradlinigkeit Wege zu gehen gibt. Durch die Improvisationen der Musiker wurde die Frage nach dem individuellen Handeln, welche der Weltacker stellt, musikalisch beantwortet: Wie du handelst, entscheidest nur du.

Die Stangenbohnenpartei

Das Konzert der beiden Landwirte Serena Engel und Jared Rust, war der Saisonhöhepunkt. Durch die Verbindung verschiedener traditioneller Stile und Instrumente mit folkigem Duogesang, erzeugte das Konzert auf dem Acker ein Gefühl von Rückbesinnung auf Wesentliches, auf Wurzeln und die daraus resultierende Wärme für das menschliche Leben. Die beiden verschenken die Ernte ihres Hofes ausschließlich, was in ihrer Musik zu spüren ist und dem Weltacker aus der Seele spricht. Mehr über die Künstler:innen unter www.thestringbeanparty.com

Theateracker

Die Premiere des Theaterstücks „Struwwelpeter und andere besondere Kinder“ von WaldWild Physical Theatre aus der Schweiz, zeigte wie heute das Prinzip von Richtig und Falsch neu gedacht werden kann, aber auf keinen Fall mehr wie früher Bestand hat. Auch der spielerische Umgang mit Grenzen und schwierigen Fragen des Artisten-Duos wirkte inspirierend auf die Themen und Fragen des Weltackers und den Umgang damit.

Aeham Ahmad

Der syrisch-palästinensische Pianist holte ungeahnte Klänge aus dem Ackerklavier. Vor dem Hintergrund seiner außergewöhnlichen Biografie als Geflüchteter, erzählt von Barbara Schiller (stART international e.V.), wurde das Konzert zu einem bewegenden Erlebnis: Tragik auf der einen Seite und mutige Tatkraft und individuelle Freiheit auf der anderen schenkten dem Weltacker und seinen Besucher:innen einmal mehr Zuversicht und Entschlossenheit für die Auseinandersetzung mit der Zukunft. 
Mehr über den Künstler unter: www.aeham-ahmad.com

Ackerjams 

An zehn Samstagen über die Saison verteilt wurden Musiker eingeladen, am und um das Ackerklavier zu musizieren. Parallel dazu wurde auf dem Acker gegärtnert und es wurden Führungen gegeben. Das Versteigern des geernteten Gemüses durch die Musiker, ganz ohne Zahlen, wurde zum anregend verbindenden Element zwischen Acker und Musik.

Skulptur “zum Glück stehen überall Wasserspender”

Schweift der Blick über den Weltacker in die Ferne, bleibt er unweigerlich an der vier Meter hohen Skulptur des Künstlers Michael Kussl hängen, bevor er weiter über das angrenzende Grünland zu McDonalds und dann, bei gutem Wetter, bis zu den Alpen wandert. Die Skulptur wirkt wie ein optisches Bindeglied zwischen dem Weltacker und dem in der Ferne beginnenden Industriegebiet.