Weltacker-Bildung

Das Bildungsprogramm des Überlinger Weltackers regt Kinder und Jugendliche zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln an. Inhaltlich wie methodisch ist es ausgerichtet auf das Konzept der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Die Kinder und Jugendlichen werden dazu eingeladen, ihren alltäglichen Konsum von Lebensmitteln und anderen Produkten vor dem Hintergrund lokaler wie globaler Zusammenhänge zu reflektieren. Dabei stehen Fragen im Vordergrund wie:

  • Wie beeinflusse ich durch mein Handeln, was und wie auf den Ackerflächen der Welt angebaut wird?    
       
  • Welche Auswirkungen haben meine Entscheidungen auf Menschen in anderen     Erdteilen oder nachfolgender Generationen?    
       
  • Wer lebt noch von den Ackerböden, die mich ernähren, und warum sind diese Lebewesen wichtig für mich?    
       
  • Was kann ich ganz konkret in meinem Alltag für Artenschutz und den Erhalt gesunder Böden tun? 

Die Vermittlung geschieht praktisch und alltagsnah durch entdeckendes Lernen und partizipative Methoden. Das Ackergelände selbst wird dabei zum lebendigen und vielseitigen Lernumfeld. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln in Eigenverantwortung Lösungen zu zentralen Fragen und Problemen und erfahren sich dabei als selbstwirksam und handlungsfähig. Mit diesem Bildungsansatz fördert das Lernerlebnis auf dem Acker eine ganze Reihe von Kompetenzen:

  • Entdeckendes Lernen: Auf dem Weltacker gibt es allerhand zu entdecken und auszuprobieren. Die Kinder lernen verschiedene Nutzpflanzen kennen, wühlen in der Erde, nehmen Regenwürmer, Raupen und Käfer in die Hand und ernten direkt vom Acker. Über interaktive Formate wie die Ackerrallye werden sie spielerisch dazu angeregt, auf eigene Faust den Acker zu erkunden und selbst Antworten auf Fragen zu finden.
  • In Zusammenhängen denken: Auf dem Weltacker werden verschiedene Aspekte der Lebensmittelproduktion thematisiert. Der eigene Verbrauch gewinnt vor dem Hintergrund (weltweiter) Verflechtungen entlang der Wertschöpfungskette eine neue Dimension. Die Kinder und Jugendlichen entdecken die vielfältigen natürlichen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen auf dem Acker sowie die globalen Zusammenhänge und Auswirkungen von Produktionsformen und Konsum.

  • Gesunde Essgewohnheiten anregen: Je nach Jahreszeit ernten, probieren und verarbeiten die Kinder und Jugendlichen Erzeugnisse vom Acker und erfahren dabei, wie das Gemüse wächst und wie es frisch vom Feld aussieht. Sie entwickeln ein erstes Verständnis der Kriterien „Saisonalität und Regionalität von Ernteprodukten“, die eine Grundlage für gesunde und nachhaltige Essgewohnheiten bilden.
  • Natürliche Kreisläufe verstehen: Der Acker-Besuch bringt die jungen Besucher*innen in Kontakt mit dem Artenreichtum des von uns geschaffenen Ökosystems Landwirtschaft. Die Kinder entdecken den Boden, Pflanzen und Tiere in ihrer Vielfalt und in ihren natürlichen Kreisläufen. Die Natur als Lebensgrundlage des Menschen wird unmittelbar erfahrbar. Das Erlebnis auf dem Acker legt so auch die Basis für ein nachhaltiges Denken und Handeln. 
  • Verantwortung und Selbstwirksamkeit erfahren: Durch die Auseinandersetzung mit den Themen des Weltackers begreifen die Kinder und Jugendlichen sich als Konsument*innen im globalen Gefüge. Sie lernen die natürlichen Kreisläufe, die Lebensmittel und den gesunden Boden als Grundlage des Lebens wertzuschätzen. Sie beschäftigen sich mit Fragen nach Gerechtigkeit und den Möglichkeiten eines nachhaltigen Handelns im eigenen Schüleralltag.